(Nicht) Ganz Berlin ist Cordobar

VON MANFRED KLIMEK Die Berliner Weinbarszene boomt. Dank der Cordobar, die den Pop zum Wein addierte. Aber neben den Ösi-Importen gibt es viele andere grandiose Trinkhallen. In der Stadt, die niemals schläft. Eine Aufzählung zum Mitschreiben.

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Was macht eigentlich die Berliner Weinszene aus? „Die Neugier der Leute.“ Das sagt nicht nur Maxime Bolliat, das sagen auch Andreas Rink, Manuela Sporbert, Jürgen Hammer und Frank Böhm. Sie alle sind weitere Bausteine dieser jungen Berliner Weinszene. Und sie haben ähnliche, im Detail jedoch sehr unterschiedliche Konzepte.

Andreas Rink ist ein großer, gestandener Mann, der als Koch lange Jahre mit Sängern und Bands auf Tournee ging. Nach dem Ende der wilden Jahre kehrte der gelernte Winzer der Pfalz den Rücken und eröffnete in Kreuzberg das ottorink, eine „echte Weinbar“, wie Rink sagt, in der es zum Wein nur Wurst und Käse gibt.

Die Nische der zweiten Reihe

Rink hat eine verblüffend einfache Ausrichtung: Er kramt in den Nischen der zweiten Reihe. Zu viele Restaurants und Händler, so seine Meinung, orientieren sich nur an den bekanntesten Winzern Deutschlands. Rink hingegen sucht im Westen des Landes nach jungen, unentdeckten Weinmachern, die einfach nur guten, teilweise sogar außergewöhnlichen Wein machen, denen aber das Rüstzeug fehlt, sich nach oben zu spielen.

Bei diesen Winzern kauft Rink auch so manch ältere Flasche Riesling ein, oder einen explizit trinkfreudigen Saufwein, den er für € 3,80 auf den Tisch stellt – ideale Einstiegsgläser für die geringer Betuchten, ideale Einstiegsgläser für Berlin.

Ein echter Hammer

Manuela Sporbert und Jürgen Hammer hingegen springen ohne Ideologie durch Gebiete und Stile. Herkömmlich oder alternativ? Günstig oder teuer? Alles im Keller. Das Paar führt seit drei Jahren die Hammers Weinkostbar in der Nähe des Kreuzberger Südsterns. Hierher kann sich schon mal ein Punk verirren, doch man sollte sich nicht wundern, dass selbst gesellschaftliche Randfiguren Lust auf Genuss entwickeln.

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Kommentare

  1. Presse sagt:

    […] Manfred Klimek über die Berliner Weinszene 2015 […]